Transformation I


Ulrike Mohr, Ariel Gout, Installationsansichten Temporäre Galerie / Fotos: Jens Ziehe, 2013
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TRANSFORMATION I
Ariel Gout Ulrike Mohr
27. September – 25. Oktober 2013

Öffnungszeiten: Montag–Freitag, 11–19 Uhr
Kuratorinnen: Silvia Ploner, Anna Schädlich
Die erste Ausstellung der Temporären Galerie eröffnete mit neuen Arbeiten von Ariel Gout und Ulrike Mohr. Beide Künstlerinnen nehmen mit ihrer unterschiedlichen Bild- und Objektsprache das Prinzip der Veränderung zum Ausgangspunkt. Ausgehend von den Themen und Materialien ihrer Arbeit leiten Ariel Gout und Ulrike Mohr je einen Workshop mit einer Gruppe von Kindern der Grundstufe der Gemeinschaftsschule auf dem Campus Rütli.

Ariel Gout lebt und arbeitet in Berlin. Sie studierte nach ihrer Tätigkeit als Ärztin und Forscherin im Bereich der Kinderneurologie an der School of the Museum of Fine Arts in Boston, Massachusetts, USA. Gouts Interesse gilt der Ergründung formaler Möglichkeiten von Linien und Formen. Ihre filigranen Zeichnungen auf Papier entstehen in Segmenten und können an Mikroorganismen oder Zellstrukturen erinnern. Im Prozess werden sie oftmals mit Garn zu objekthaften Kompositionen zusammengenäht oder -gestickt. Dem Prinzip von Wiederholung, Variation und Expansion folgend, entstand für TRANSFORMATION I eine installative, großformatige Arbeit aus weißen Transparentpapier-Bahnen, welche sich säulenhaft vom Boden bis zur Decke erstrecken und mit kleinen runden Papierelementen und Fäden überzogen sind. Neben dieser neuen Arbeit in der Serie Line and Cellular Growth (seit 2011) wird die Zeichnung Line and Cellular Growth 08 von 2012 gezeigt.

Ulrike Mohr lebt und arbeitet in Berlin. Sie studierte an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee und der Academy of Fine Arts in Trondheim, Norwegen. Seit mehreren Jahren beschäftigt sich Mohr auf dem Gebiet der Bildhauerei und der Installation intensiv mit dem Material der Holzkohle. Ausgangspunkt von Mohrs Arbeiten ist dabei neben dem Werkstoff als solchem immer auch dessen Herkunftsort, dessen Kontextbildung und der Produktionsprozess in seiner zeitlichen Dimension. Für TRANSFORMATION I entsteht die raumgreifende Installation Anthrakothek. Zu einer schwarmähnlichen Form verdichtet, schweben fragile Äste frei im Raum und zeichnen in ihm eine schwarze, geometrische Kohlespur, chaotisch und gerichtet zugleich. Durch das Köhlern haben die Äste ihre ursprüngliche Farbgebung verloren, die Details ihrer Oberfläche jedoch sind erhalten und für immer konserviert. Die geköhlerten Äste umfassen typische Schrebergartenhölzer, wie Kirsche, Flieder, Ahorn, Haselnuss und Weide, sowie verholzte Schlingpflanzen und Wurzeln. Sie stammen aus einer ehemaligen Kleingartenanlage gegenüber der Temporären Galerie, auf deren Gelände weitere Gebäude das Campus Rütli – CR² entstehen werden.

 

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Freitag, 27. September 2013, 16 Uhr
Eröffnung mit Christina Rau, Schirmherrin des Campus Rütli – CR², und Dr. Franziska Giffey, Bezirksstadträtin für Bildung, Schule, Kultur und Sport des Bezirks Neukölln von Berlin


16. – 18. Oktober 2013

Workshop von Ariel Gout mit Kindern der Grundstufe der Gemeinschaftsschule auf dem Campus Rütli. Der Workshop wird begleitet von Susanne Wendler.
Während des Workshops von Ariel Gout entwickeln die Kinder gemeinsam mit der Künstlerin ein imaginäres pflanzliches Lebewesen. Hierfür kreiert jedes Kind einzelne Elemente, welche am Ende zu einem gemeinsamen großen Werk verbunden werden. Zuerst wurden gemeinsam „ungewöhnliche“ Materialien erforscht. Hinzugezogen wurden hierfür Künstlerbücher und Biologiebücher, anhand derer u.a. das Arbeiten mit textilen Techniken (schneiden, nähen, sticken), Formen und Transformationsprozesse aus der Natur (vom Samen bis zum Baum), Verbindungen in der Natur (z.B. Wie halten Blätter zusammen?) besprochen werden. Anschliessend bekommen die Kinder Transparentpapier, Farben und Scheren und schaffen individuell pflanzliche (zelluläre) Formen in verschiedenen Farben. In immer grösser werdenden Gruppen werden die einzelnen Elemente mit Faden, Kleber oder Gummiband auf einem farbigen Grund aus bemaltem Transparentpapier zusammengefügt und zuletzt von der gesamten Gruppe zu einem grossen Ganzen verbunden.

Workshop von Ulrike Mohr mit Kindern der Grundstufe der Gemeinschaftsschule auf dem Campus Rütli.
Die Lernwerkstatt von Ulrike Mohr dreht sich um das Material der Holzkohle. Die Kinder erörtern gemeinsam mit der Künstlerin das Material, stellen Holzkohle selbst her und bauen daraus einen Wasserfilter. Was ist Holzkohle? Wie funktioniert die Transformation von Holz oder anderen organischen Stoffen/Pflanzen zu Kohle? Wofür benutzen wir sie (außer zum grillen oder zeichnen)? Auf dieser Wissensgrundlage beginnt die Gruppe kleine Holzstücke, Nüsse und Fruchtkerne zu köhlern. Um den Prozess der chemischen Umwandlung von Holz zu Pflanzenkohle nachvollziehbar zu machen wird nicht, wie normalerweise, im Dunkeln (Holzkohlemeiler, Köhlertonne, Ofen) geköhlert werden, sondern in Reagenzgläser. In einem nächsten Schritt Köhlern die Kinder selbst. Zunächst werden gesammeltes Holz und Nussschalen in leeren Keksdosen oder Farbeimern zu Aktivkohle geköhlert, danach werden Wasserfilter aus recyceln Plastikfalschen gebaut mit dem Ziel das Wasser der Spree zu reinigen. Um Wasser von Verschmutzungen zu befreien und zu Trinkwasserqualität zu filtern, imitiert die Gruppe das Grundwasser-Prinzip der Erde. Dafür braucht man neben Kies – der groben Schmutz zurückhält – feinere Filterstoffe wie Sand, Fliess (Stoff) und Aktivkohle (wird in der Medizin verwendet; sie absorbiert Giftstoffe, üble Gerüche, und Bakterien). Der Workshop will den Kindern ein Prinzip der Gewinnung von Trinkwasser nachvollziehbar machen.


Freitag, 18. Oktober 2013, 16.30 Uhr

Die Quartiershalle auf dem Campus Rütli – CR² ein Ort für Kunst?
Gesprächsrunde mit Birgit Auf der Lauer (Bildende Künstlerin und Kunstvermittlerin), Silke Ballath (Kulturagentin für kreative Schulen in Kreuzberg), Ariel Gout (Bildende Künstlerin), Ulrike Mohr (Bildende Künstlerin), Eva Randelzhofer (Bildende Künstlerin, Kulturagentin für kreative Schulen in Pankow), Gertrud Schrader (Bildende Künstlerin, künstlerisch-wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Lehrerausbildung an der Leibniz Universität Hannover, Institut für Gestaltungspraxis und Kunstwissenschaft, Arbeiten mit Kitas im Neuköllner Reuterkiez) und Sascha Wenzel (Pädagogische Koordination Campus Rütli – CR² und Programmleitung Ein Quadratkilometer Bildung Berlin-Neukölln).


Donnerstag, 24. Oktober 2013, 18.30 Uhr

Als meine heimliche Liebe bei uns einzog. Heartbreak-Family. Bd. 1 Lesung von Deniz Selek in Kooperation mit der S. Fischer Stiftung.


Freitag, 25. Oktober 2013, 19 Uhr

Konzert: Nitzsche & Hummel (Sabine Bremer, Arne Nitzsche

„Nitzsche & Hummel sind nicht nur eine Band. Sie sind auch ein Liebespaar im Zeitalter von analog und digital. Sie spielen die Filmmusik für ihre eigene Geschichte und erzählen dabei von einem Leben zwischen Clubkultur und Hausmusik, zwischen Strand-Party und Klassikkonzert. Warme Streichersätze und rollende Basslinien treffen auf elektronische Beats und bilden die Basis für die Kompositionen, die sich mal als Instrumentalstücke, mal als Indie Pop songs präsentieren. Live verbinden sie Bass und Violine mit Schaltkreisen und Microchips. So erscheinen die Klangfarben der Instrumente immer wieder in neuen Gewändern. Mit der Möglichkeit Audiosamples in Endlosschleifen abzuspielen entstehen weitere Freiräume für Klangmodulation und Improvisation. Der Beat schreitet voran und sie gehen mit. Angetrieben, rastlos und fasziniert von der Symbiose aus Vergangenheit und Gegenwart schlagen sie Brücken zu neuen Ufern und zwischen Electronic/Acid, Jazz/Urban und Contemporary Classic.“ (Text: Nitzsche & Hummel)

 

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