Transformation II


Birgit Auf der Lauer & Caspar Pauli, Catherine Traykovski, Installationsansichten Temporäre Galerie / Fotos: Jens Ziehe, 2014
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TRANKSFORMATION II
Birgit Auf der Lauer & Caspar Pauli Catherine Traykovski
6. Juni – 3. Juli 2014

Öffnungszeiten: Montag–Freitag, 11–19 Uhr
Kuratorinnen: Ida Schildhauer, Silvia Ploner


Die zweite Ausstellung der Temporären Galerie zeigt Arbeiten, die sich unter dem Schlagwort Recycling vereinen lassen. Die New Yorker Künstlerin Catherine Traykovski beschäftigt sich in der Serie Bioluminescence: Saving the Ocean Deep (seit 2011) mit der Transformation von Lebewesen am Meeresboden. Das Belin-Neuköllner Duo Birgit Auf der Lauer und Caspar Pauli nehmen für ihre Installation Stapelholmer Barke (2013) die sozialpolitische Transformation eines von Wasserströmen bestimmten Ortes zum Ausgangspunkt und Anlass ihrer Arbeit.

Von den Themen und Materialien ihrer Arbeit ausgehend, begleiten Birgit Auf der Lauer und Caspar Pauli sowie Catherine Traykovski gemeinsam mit Dan Welden (Druckmeister aus New York) Workshops mit Kindern und Jugendlichen aus dem Jugendclub Manege und der Gemeinschaftsschule auf dem Campus Rütli. Im Rahmen des Festivals 48-Stunden-Neukölln werden die daraus entstehenden Objekte als „Ausstellung in der Ausstellung“ präsentiert.

Birgit Auf der Lauer (geb. 1981 in Deva, RO) und Caspar Pauli (geb. 1984 in Köln, D) leben und arbeiten in Berlin-Neukölln. Das Studium der Malerei, der Performance Kunst, des Bühnenbilds und Film an Kunstakademien in Deutschland und Großbritannien prägt ihre gemeinsame Arbeit seit 2010. Mit ihren Projekten und Werken loten sie Disziplinen, Fähigkeiten und ihre Grenzen immer wieder neu aus. Ein wichtiger Moment ist die Auseinandersetzung mit Menschen aus Kunst, Architektur/Stadtplanung, Geschichte, Sozial- und Naturwissenschaft. Langfristige künstlerische Recherchen münden in Installationen, Zeichnungen und/oder Performances. Ihre Installation Stapelholmer Barke (2013) besteht aus einem mit Kettelgarn von der Decke abgehängten Schiffsskelett und der Zeichnung einer namentlich getauften Schraubenarmee, welche sich in Reih und Glied versammelt, geordnet nach (fiktiver) Herkunft und Alter. Das Schiffsskelett ist aus Bestandteilen alter, neuer, kaputter, schöner, hässlicher, wertvoller und weniger wertvoller Möbel von Bewohnerinnen und Bewohnern des Dorfes Süderstapel in Schleswig Holstein zusammengesetzt. Angesiedelt auf einem Geestrücken ist das Dorf durch das stählerne Metallmaul des Eidersperrwerks vor Sturmfluten weitestgehend geschützt. Die Auswanderung junger Menschen jedoch, ist eine Strömung, die sich durch diese technische Interventionen nicht regulieren hat lassen. Ebbe und Flut, Aufbruch, Bewegung und Flucht sind fast unsichtbar, jedoch fest eingeschrieben in die menschliche Textur dieser Landschaft Schleswig Holsteins. Ein Anlass, diese „dörfische“ Barke in die Stadt zu hängen – einem Ort wo verschiedene Ströme, Flüsse und Bewegungen aufeinanderprallen und ineinanderfließen – die hier vielleicht eine „desired destination“ markieren kann.

Catherine Traykovski (geb. 1939 in New York, USA) lebt und arbeitet in New York. Traykovski ist in einem kreativ geprägten Umfeld aufgewachsen. Ihre Mutter war Fotografin, ihr Vater Grafiker, Maler und Kunstprofessor. Als Autodidaktin hat sich Traykovski über die Jahre in verschiedenen Techniken der Druckgrafik spezialisiert, u.a. in Aquatinta, chine-collé, Monotypie, Radierung, im Tiefdruckverfahren und zuletzt im Solarplate-Druckverfahren. Sie hat u.a. bei Art Werter, Talia Siegel und Dan Welden gelernt. Gemeinsam mit Dan Welden – Grafiker und Direktor der Hampton Editions, Ltd. in Sag Harbor, Long Island – gründete sie 2013 die Stiftung Inspiration Plus, deren Mission es ist, kreativ mit Kindern und Jugendlichen aus bildungsfernen Familien an der Schnittstelle von Kunst und Wissenschaft zu arbeiten. Ihre Serie Bioluminescence: Saving the Ocean Deep (seit 2011) ist ein ständig wachsendes Archiv der Lebensvielfalt auf dem Meeresboden. Die Serie besteht aus Monotypien und Drucken im Solarplate-Verfahren auf Evolon®AP, einem textilen Material, hergestellt aus recycelten Plastikflaschen. Für die Herstellung dieses idealen Ersatzes von klassischem Kunstdruckpapier werden Plastikflaschen zerschnitten, geschmolzen und die gewonnenen Filamente zu einem Material mit flacher Oberfläche gewoben. Solarplate ist ein Chemikalienfreies Druckverfahren unter Verwendung von Druckplatten aus Fotopolymer, Sonne und Wasser. Die Installation wird musikalisch von Bruce Adolphe‘s Komposition Oceanophony (2002) begleitet. Der US-Amerikanische Komponist Adolphe ist bekannt für sein Repertoire für junge HörerInnen. Er hat u.a. mit Yo-Yo Ma, Itzhak Perlman, Sylvia McNair, dem Beaux Arts Trio, dem Brentano String Quartet, dem Miami Quartet, dem National Symphony Orchestra, dem Orpheus Chamber Orchestra und den Chicago Chamber Musicians gearbeitet. Zur Zeit ist Adolphe Resident der New York Chamber Music Society of Lincoln Center.

 

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Freitag, 6. Juni 2014, 18 Uhr
Eröffnung mit Christina Rau, Schirmherrin des Campus Rütli – CR²


4. – 12. Juni 2014

Workshops (nicht öffentlich)

Solarplate-Workshop von Catherine Traykovski und Dan Welden mit Kindern der Grundstufe der Gemeinschaftsschule auf dem Campus Rütli. Der Workshop wird begleitet von Ergül Waidmann und Susanne Wendler.
Catherine Traykovski und Dan Welden (Druckmeister aus New York) werden mit Kindern und Jugendlichen der Grundstufe der Gemeinschaftsschule auf dem Campus Rütli Drucke im chemikalienfreien Druckverfahren Solarplate herstellen. Solarplate ist ein von Dan Welden entwickeltes Material, bestehend aus Stahl beschichtet mit Polymer. Unter Verwendung von Holzstöcken, Sonne und Wasser werden die Platten zu Druckstöcken. In einem ersten Schritt werden die Solarplates mit schwarzer AKUA-Farbe gefärbt. AKUA-Farben werden aus Soyabasis mit lichtechten Pigmenten und einem minimalen Anteil an Wasser hergestellt. Auf die bearbeiteten Solarplates werden die Kinder im Freien wandernd „blind“ mit Holzstöckchen zeichnen was sie sehen. Anschliessend werden die Solarplates für einige Minuten in die Sonne gelegt und dann mit Wasser so lange geschrubbt bis die belichteten Stellen ausgewaschen sind und sich damit ein Druckstock bildete. Im nächsten Schritt werden die so entstandenen Motive auf Evolon®AP gedruckt. Evolon®AP ist ein textiles Material, hergestellt aus recycelten Plastikflaschen. Für die Herstellung dieses idealen Ersatzes von klassischem Kunstdruckpapier werden Plastikflaschen zerschnitten, geschmolzen und die gewonnenen Filamente zu einem Material mit flacher Oberfläche gewoben.

Workshop von Birgit auf der Lauer und Caspar Pauli mit Kindern und Jugendlichen des Jugend- und Freizeitclub MANEGE.
Der Workshop wird begleitet durch Nadine Hinz und Osman Tekin.
Die Reise auf welche Birgit auf der Lauer und Caspar Pauli die Kinder und Jugendlichen des Jugend- und Freizeitclubs MANEGE mitnehmen beginnt mit der Frage was ihrer Installation – einem Schiff, gebaut aus alten Möbeln – fehlt. Mit einem quietschendem Süderstapeler Kinderwagen werden sich die KünstlerInnen gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen im Kiez auf Rohstoff-Suche begeben. Ziel ist es alles Mögliche hergestellt aus Plastik zu sammeln: Plastikfetzen, Flaschen, Verpackungen, Wassereis- und Getränketüten ect. Das Gesammelte wird im Anschluss gewaschen und geschrubbt und dabei überlegt was dem Schiff nun dringend fehlt und gebaut werden soll. Glitzerwasser, die Wogen der See, Delfine, eine Toilette, Ruder oder Paddel, ein Anker … Am Ende entstand ein Segel und eine Meerjungfrau.


Mittwoch, 11. Juni 2014, 18 Uhr

Hotel Nirgendwo. Wenn Krieg zur Normalität wird. Lesung mit der kroatischen Autorin Ivana Bodrožić. Veranstaltung in Kooperation mit der S. Fischer Stiftung.


Freitag, 27. Juni 2014, 14 – 18 Uhr

Eröffnung der Ausstellung in der Ausstellung mit Arbeiten von Kindern und Jugendlichen des Bezirks Berlin-Neukölln, die während zweier Workshops im Rahmen der Ausstellung TRANSFORMATION II entstanden sind. Die Arbeiten sind vom 27. Juni bis zum 3. Juli täglich von 11 bis 19 Uhr in der Temporären Galerie zu sehen.

 

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